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Start Ort und Geschichte

Der Anfang

Auf einer Jagd stürzt im Jahr 1405 Graf Johann der Ernsthafte von Öttingen - Alt Wallerstein in ein Sumpfloch. Da weder Ross noch Hund, weder Knechte noch eigene Kraft ihn aus dem Sumpf befreien konnten, war er dem Tode nahe. In seiner Not gelobt der Graf, der Hl. Anna eine Kapelle zu errichten, wenn er gerettet werde. Da er tatsächlich gerettet wurde und sein Versprechen hielt, entstand eine spontane Wallfahrt; ein Geschehen, das viel Volk nach Maihingen laufen ließ.
Das Ereignis hat symbolische Kraft: Eine Szene voller Herrschaftsattribute (Jagd, Diener, Ross, Hunde, Grafentitel) schlägt um in eine Szene voll Erbärmlichkeit (den Boden unter den Füßen verloren, im Sumpf feststecken, Hilflosigkeit, Todesgefahr). In dieser Erbärmlichkeit setzt der Graf auf das Erbarmen Gottes - und wird gerettet.
Was damals geschah, prägt die geistliche Gestalt des Ortes. Immer wieder neu geht es seither hier darum, den Menschen das Erbarmen Gottes zu vermitteln, sie zu befreien aus den „Sümpfen" des Lebens, ihnen wieder festen Boden unter den Füßen zu geben, und sie zu ermutigen, Zeugnis zu geben für das Wirken Gottes.